Gorilla Glue #4 feminisiert wird nicht wegen eines klangvollen Namens angebaut, sondern weil sie in vielen Grows sehr früh mit Harz reagiert, schwere Blütenkörper ausbildet und ihre Wirkung klar spürbar bleibt. Schon im mittleren Blüteverlauf legt sich eine dichte Schicht Trichome auf Kelche, Zuckerblätter und selbst auf die näheren Stielbereiche. Wer diese Sorte sinnvoll anbaut, arbeitet mit festen Parametern für Luft, Licht und Reifezeit und kürzt die Endphase nicht ab.
Kurzinfo: Gorilla Glue #4 feminisiert
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Genetik: Chem’s Sister × Sour Dubb × Chocolate Diesel
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Art der Sorte: feminisierte photoperiodische Linie
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Blütezeit indoor: ca. 8–9 Wochen
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Ertrag indoor: bis etwa 600 g/m²
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Ertrag outdoor: ca. 500–1200 g pro Pflanze
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THC-Gehalt: realistisch im oberen Bereich um 26–29 %
Genetik & Abstammung
Die genetische Basis von Gorilla Glue #4 ist kein klassischer Linienbau, sondern das Ergebnis einer auffälligen Kombination aus Chem’s Sister, Sour Dubb und Chocolate Diesel. Diese Mischung brachte einen Phänotyp hervor, der sich früh durch Harzdichte und Gewicht absetzte. GG4 wurde zunächst als Clone bekannt, weil genau dieser Ausdruck gesucht war: extrem klebrig, sehr dicht im Harzbesatz und auch spät in der Blüte noch aktiv.
In der Einordnung sitzt GG4 im Chem- und Diesel-Umfeld, unterscheidet sich im Grow aber klar von typischen OG-Kush- oder Sour-Diesel-Linien. Gegenüber OG-Kush-Linien wirkt sie weniger pfeffrig-würzig, dafür schwerer im Harzaufbau und oft druckvoller im späteren Körperteil. Gegenüber vielen Sour-Diesel-Ausprägungen bleibt der Wuchs kompakter, die Blütenkörper werden massiver und die Wirkung kippt im Verlauf deutlicher in den Körper.
Wie Gorilla Glue #4 bekannt wurde
Der Ruf von Gorilla Glue #4 entstand nicht über saubere Produkttexte, sondern über das, was reale Grows gezeigt haben. Die Sorte fiel früh durch die Kombination aus Harz und Klebrigkeit auf, die beim Trimmen und bei der Handhabung sofort auffällt. Genau dieses „Glue“-Merkmal wurde zum Wiedererkennungszeichen.
Als GG4 später in Saatgutform auftauchte, entstand ein Punkt, der bis heute diskutiert wird: Nicht jede feminisierte Umsetzung trifft den ursprünglichen Clone-Ausdruck. Manche Linien bleiben weniger harzig, andere verlieren die typische Gewichtung zwischen Kopfphase und Körperdruck. GG4 ist deshalb eine Sorte, bei der die Qualität weniger vom Namen abhängt als davon, wie nah die Linie am bekannten Profil bleibt.
Herkunft & Seeds66-Selektion
Für Seeds66 ist Gorilla Glue #4 keine Pflichtsorte, sondern eine Linie, die nur Sinn ergibt, wenn sie ihren Kern sauber trifft. Selektiert wurden Phänotypen, die zwei Merkmale gleichzeitig tragen: früh sichtbare Harzverteilung auf den Kelchen und eine Blütenstruktur, die in der Endphase nicht nachgibt, wenn Gewicht und Dichte zunehmen.
In unseren Dokumentationen in Kalifornien zeigte sich, dass GG4 streuen kann. Entscheidend war deshalb nicht das Label, sondern die Praxis: bevorzugt wurden Pflanzen, die auch bei leichten Schwankungen im Klima ihren Harzaufbau nicht verlieren und in der Spätblüte stabil bleiben. Erst nach dieser Einordnung wurde die Linie als Gorilla Glue #4 feminisiert bei Seeds66 geführt.
Elternlinien im Vergleich
Die drei Elternnamen werden oft nur aufgezählt, doch der Vergleich hilft, GG4 besser einzuordnen. Chem’s Sister bringt den kantigen Chem-Kern mit markantem Druck. Sour Dubb steht häufig für die schwere, klebrige Harzseite, während Chocolate Diesel den Diesel-Anteil und dunklere Nuancen ins Profil legt.
Das Ergebnis ist weder „Diesel pur“ noch „Chem pur“. GG4 priorisiert Harz und Dichte und entwickelt ein Profil, das nicht auf eine einzelne Elternlinie reduzierbar ist. Das erklärt, warum sie sich als Referenz innerhalb moderner US-Hybriden festgesetzt hat.
Gorilla Glue #4 im Vergleich zu Sour Diesel und Chem Dawg
GG4 wird oft zusammen mit Sour Diesel oder Chem Dawg genannt, weil das genetische Umfeld ähnlich ist. Im Grow zeigen sich jedoch klare Unterschiede.
Sour-Diesel-Linien wachsen häufig luftiger, mit längeren Internodien und stärkerem Höhenzug. Das Aroma bleibt spitzer im Dieselbereich, die Wirkung länger kopfbetont. Gorilla Glue #4 baut kompaktere Blütenkörper auf, legt sichtbar mehr Harz an und entwickelt eine Wirkung, die im Verlauf deutlich körperlastiger wird.
Chem-Dawg-nahe Linien bringen ebenfalls Druck, reagieren aber oft empfindlicher auf Schwankungen, besonders gegen Ende. GG4 liegt dazwischen: Chem-Diesel-Kern kombiniert mit einer Struktur und Harzleistung, die im Alltag konstanter abrufbar ist.
Wuchs & Anbau
Gorilla Glue #4 feminisiert wächst kräftig und verzweigt früh. Indoor landen viele Pflanzen bei 80–120 cm, mit stabilem Hauptstamm und tragfähigen Seitentrieben. Die Internodien liegen meist im mittleren Bereich, was eine gleichmäßige Ausleuchtung erleichtert, solange die Seitentriebe nicht unkontrolliert in die Höhe schießen.
Der Stretch bleibt in vielen Runs moderat. Ab etwa der vierten Blütewoche nimmt die Harzbildung sichtbar zu, zunächst auf den Kelchen, später auf den Zuckerblättern. Diese Sorte zeigt ihre Stärken in gut belüfteten Indoor-Setups mit gleichmäßiger LED-Ausleuchtung in der mittleren Zone.
Probleme entstehen selten plötzlich. Häufig beginnt es damit, dass die Buds in der späten Blüte zu wenig Luft bekommen. Dichte Blütenkörper benötigen in dieser Phase stärkere Umluft auf Bud-Höhe und eine Luftfeuchte, die nicht wieder ansteigt.
Reaktion auf LED, HPS & CMH
Unter LED reagiert GG4 oft direkter im Harzaufbau: Trichome werden früh sichtbar, Zuckerblätter ziehen schneller zu. Gleichzeitig reagiert die Sorte in der Spätblüte empfindlicher, wenn die Luft um die Buds steht. Unter HPS oder CMH kann die Struktur etwas offener wirken, dafür muss das Klima sauber bleiben, damit die dichte Bud-Phase nicht in zu feuchte Luft läuft.
Unabhängig vom Lichttyp gilt: GG4 braucht in der Endphase stabile, trockenere Luft und ausreichend Umluft. Wer hier nachlässt, verliert Qualität genau dort, wo die Sorte eigentlich punktet.
Indoor vs. Outdoor realistisch eingeordnet
Indoor lässt sich GG4 präziser führen. Dichte, Reife und Harzaufbau bleiben besser kontrollierbar, wenn Umluft, Abluft und Luftfeuchte passen. In der Spätblüte sind zu feuchte Phasen der häufigste Grund, warum die Sorte hinter ihren Möglichkeiten bleibt.
Outdoor kann Gorilla Glue #4 funktionieren, verlangt aber eine stabile zweite Saisonhälfte. Sobald die Buds anziehen, reagiert die Sorte sensibler auf feuchte Phasen und sollte aktiv beobachtet werden.
Bud-Struktur & Harzaufbau
GG4 baut dichte Blütenkörper auf, die häufig calyx-lastig wirken. Das Harz sitzt nicht nur oberflächlich, sondern verdichtet sich in der späten Blüte auf Kelchen und angrenzenden Blattbereichen. Zuckerblätter kleben beim Trimmen schnell, da die Trichome sehr eng stehen.
Foxtailing tritt meist nur bei sehr hoher Lichtintensität in Kombination mit steigenden Temperaturen auf. In den meisten Runs bleibt die Bud-Form kompakt, mit deutlichem Gewichtszuwachs in den letzten Wochen.
Phänotypen & Struktur
Innerhalb von Gorilla Glue #4 zeigen sich leichte Merkmalsvarianten. Manche Pflanzen bündeln das Gewicht stärker in der Hauptcola, andere verteilen es gleichmäßiger über die Seitentriebe. Die Harzdichte bleibt bei guten Linien jedoch das zentrale Merkmal.
Typische Fehler beim Anbau von Gorilla Glue #4
Ein häufiger Fehler ist zu hoher Nährstoffdruck in der frühen Blüte. GG4 kann auf erhöhtes EC-Niveau mit verbrannten Spitzen reagieren und gleichzeitig den Bud-Aufbau bremsen. In der Spätblüte ist zu hohe Luftfeuchte der größte Risikofaktor, da die Buds sehr dicht werden.
Oft wird auch das Gewicht der Blüten unterschätzt. Ohne rechtzeitige Stützen können Triebe in der Endphase nachgeben. Wer zu früh erntet, verliert zudem Wirkungstiefe, da ein Teil der Trichome erst spät vollständig ausreift.
Aroma & Terpene
Das Aromaprofil von Gorilla Glue #4 ist schwer und direkt. Erdige und holzige Grundtöne treffen auf Diesel-Anklänge, begleitet von würzigen Nuancen und gelegentlich einer dunkleren Note, die an Kakao oder geröstete Erde erinnert. In der Spätblüte nimmt die Intensität deutlich zu.
Als plausibler Terpenkern gelten Myrcen und Caryophyllen, häufig ergänzt durch Limonen und Pinene. Myrcen und Caryophyllen erklären die schwere Basis und die würzige Tiefe, während Limonen und Pinene den schärferen Kopfanteil setzen.
Wie sich das Aroma während der Reife entwickelt
GG4 riecht früh, erreicht ihre volle Präsenz aber erst spät. In der mittleren Blüte dominieren Diesel und Erde. In der Endphase kommt mehr Schwere hinzu, die würzige Tiefe wird klarer und das Profil wirkt dichter.
Warum Gorilla Glue #4 so stark klebt
Die Klebrigkeit entsteht aus sehr hoher Trichomdichte in Kombination mit calyx-lastiger Bud-Struktur. Harzdrüsen sitzen eng beieinander und überziehen nicht nur die Blüten, sondern auch angrenzende Pflanzenteile. Dieses Verhalten ist genetisch angelegt und wird besonders sichtbar, wenn Umluft und Luftfeuchte in der späten Blüte sauber bleiben.
Wirkung
Die Wirkung setzt deutlich ein und hält lange an. Häufig wird zunächst eine intensive Kopfphase beschrieben, in der die Aufmerksamkeit nach innen zieht und äußere Reize in den Hintergrund treten. Gegenüber Sour Diesel wirkt dies oft weniger hektisch, dafür konzentrierter.
Im Verlauf wird der Körperanteil spürbar. Viele empfinden eine zunehmende Schwere, die sich langsam aufbaut und nicht abrupt abfällt. Im Vergleich zu OG-Kush-Linien wirkt GG4 weniger würzig im Kopf, dafür dichter und länger im Körper.
Seeds66-Tipp:
Ab Blütewoche 5 die Spätblüte konsequent fahren: Luftfeuchte unter 50 %, starke Umluft auf Bud-Höhe und Stützen setzen, bevor die Buds wirklich schwer werden. Steht GG4 in dieser Phase trocken und luftig, bleibt die Harzschicht bis zur Ernte aktiv.
Seeds66-Haltung
Für Seeds66 ist bei Gorilla Glue #4 entscheidend, dass Harzverteilung, Bud-Gewicht und Wirkung gemeinsam getragen werden. Bei einer Sorte mit dieser Intensität zählt vor allem, dass sie in der späten Blüte stabil bleibt und ihr Profil nicht verliert, wenn die Buds an Dichte gewinnen.
Eigenschaften von Gorilla Glue #4 feminisiert
Sorte
Gorilla Glue #4 feminisiert
Art der Sorte
feminisierte photoperiodische Linie
Genetik
Chem’s Sister × Sour Dubb × Chocolate Diesel
Typ
Hybrid mit Indica-Fokus
Blütezeit indoor
ca. 8–9 Wochen
Erntezeit outdoor
Ende September bis Mitte Oktober
Ertrag indoor
bis etwa 600 g/m²
Ertrag outdoor
ca. 500–1200 g pro Pflanze
Größe indoor
meist 80–120 cm
Größe outdoor
bis etwa 200 cm bei guter Saison
Aroma
erdig, holzig, dieselbetont, würzig, dunkle Nuancen
Terpen-Fokus
Myrcen, Caryophyllen, dazu Limonen und Pinene als schärfere Kopfnote
Wirkung
intensive Kopfphase, im Verlauf deutlicher Körperdruck und lange Dauer
THC / CBD
26–29 % / 0,2–0,8 %
Klimazonen
warm bis mild, in der Spätphase möglichst trocken und gut belüftet
Seeds66-Hinweis
GG4 braucht eine saubere Spätblüte: Luftfeuchte senken, Umluft auf Bud-Höhe, Stützen früh setzen und die Reife nicht abkürzen.
Häufige Fragen zu Gorilla Glue #4 feminisiert
1. War Gorilla Glue #4 ursprünglich nur ein Clone?
Ja, GG4 wurde zuerst als Clone weitergegeben. Saatgutversionen versuchen dieses Profil möglichst nah zu treffen, können aber je nach Linie streuen.
2. Warum gilt GG4 als so harzig?
Die Trichomdichte sitzt sehr stark auf den Kelchen und zieht spät weiter an. In trockener Spätblüte bleibt die Harzschicht bis zur Ernte aktiv.
3. Wie lange blüht GG4 indoor realistisch?
Oft ca. 8–9 Wochen. Entscheidend sind Trichomreife und Bud-Dichte, nicht nur eine Zahl.
4. Welche Erträge sind realistisch?
Indoor bis etwa 600 g/m², wenn Licht und Klima passen. Outdoor 500–1200 g pro Pflanze bei stabiler Saison.
5. Riecht GG4 stark im Grow?
Ja, ab mittlerer Blüte nimmt die Intensität deutlich zu. Ein Aktivkohlefilter ist im Innenraum sinnvoll.
6. Ist GG4 eine Anfänger-Sorte?
Wer Luftfeuchte und Umluft in der Spätblüte im Griff hat, kommt gut durch. Ohne sauberes Klima wird sie schnell anspruchsvoll.
7. Was sind die häufigsten Fehler?
Zu hoher EC in früher Blüte, zu feuchte Spätblüte und fehlende Stützen, wenn die Buds schwer werden.
8. Wann ist der beste Erntezeitpunkt?
Viele warten auf überwiegend milchige Trichome mit kleinem Anteil Richtung bernstein. Zu frühe Ernte kostet Tiefe.
9. Wie unterscheidet sich GG4 von OG Kush?
GG4 wirkt häufig harz- und körperlastiger, OG Kush eher würziger im Profil und anders im Kopfanteil.
10. Kopf- oder Körperwirkung?
Häufig startet sie kopfbetont und wird im Verlauf deutlich körperlastiger, mit langer Dauer.
11. Kann GG4 in der Spätblüte empfindlich werden?
Ja, vor allem bei zu hoher Luftfeuchte. Dichte Buds brauchen dann starke Umluft und trockenere Luft.
12. Eignet sich GG4 für Dry Sift oder Rosin?
Sie ist für hohen Harzbesatz bekannt. Reifegrad und sauberes Ausgangsmaterial entscheiden über die Ausbeute.
13. Ist Training wie Topping oder LST sinnvoll?
Ja, früh begonnen kann es die Last besser verteilen und die Ausleuchtung verbessern.
14. Welche Varianten gibt es bei Seeds66?
Neben der feminisierten Version findest du die
Gorilla Glue #4 Auto
sowie die
CBD Gorilla Glue Fast Version.
Seeds66 Redaktion
Alle Beschreibungen basieren auf unseren Tests und Dokumentationen in Kalifornien. Wir veröffentlichen nur Sorten, die wir selbst dokumentiert haben. Fokus: Keimfreude, Stabilität und reproduzierbare Ergebnisse für den deutschsprachigen Markt.